Hetzparolen gegen MigrantInnen, den Holocaust befürwortende Schmierereien, Todesdrohungen und gewalttätige Überfälle auf Andersdenkende – seit einigen Jahren existiert eine junge und überaus aktive Neonaziszene in Bückeburg. Diese konnte sich, unbeachtet von der Öffentlichkeit, seit Anfang 2008 weitgehend ungestört entwickeln und erlebte besonders im vergangenen Jahr 2010 einen besorgniserregend steilen Anstieg an Gewaltbereitschaft und ist zunehmend besser organisiert.

Den Kern der rechten Szene bildet derzeit eine gefestigte Neonazigruppierung von rund 15 Personen. Die Gruppe ist dem Spektrum der “Autonomen Nationalisten” zuzurechnen und trat erstmals Ende 2008 unter dem Namen “Aktionsgruppe Bückeburg” mit dem Verkleben von Stickern und einer Internetpräsenz in Erscheinung.
Besonders die Website diente dazu rechte Demonstrationen wie zum Beispiel den verbotenen Naziaufmarsch am 1. Mai in Hannover zu bewerben. Auch Sprühschablonen für Nazipropaganda stellten sie dort bereit.

Des Weiteren nutzte die Gruppe das „World Wide Web“ um sich mit der organisierten Naziszene sowohl aus der Region, als auch darüber hinaus zu vernetzen. Zu dieser Zeit bestand die “Aktionsgruppe” noch aus acht minderjährigen Mitgliedern

Schon im darauf folgenden Jahr 2009 machte die junge Gruppe aus Bückeburg mit verschiedenen Straftaten auf sich aufmerksam. Sie besprühten Häuserwände in Bückeburg und Umgebung, unter anderem mit den zuvor auf der Website zur Verfügung gestellten Sprühschablonen. Sie verklebten unzählige Aufkleber mit menschenverachtendem Inhalt und verteilten – unter der Obhut von organisierten Neonazis, zu denen sie inzwischen Kontakte geknüpft hatten – Flugblätter für den jährlich stattfindenden Naziaufmarsch in Bad Nenndorf. Mit ihren Taten prahlten sie im Internet in Form so genannter “Aktionsberichte”.
Aufgrund antifaschistischen Drucks, löschten die UrheberInnen ihre Internetpräsenz jedoch im März 2009. Dies bedeutete leider keinesfalls ein Ende ihrer Aktivitäten, geschweige ihren Ausstieg aus der rechten Szene.
Denn der Kontakt zu organisierten Neonazis wurde durch die Teilnahme an regionalen und zum Teil geheimen Treffen verfestigt. Nennenswert ist insbesondere eine Wintersonnenwendfeier in Eschede am 19.12.2009. Dort trafen sich rund 200 Nazis aus ganz Norddeutschland, um sich zu vernetzen und bestehende Strukturen zu stärken. Auch die Jugendlichen aus Bückeburg beteiligten sich an diesem Treffen und knüpften weitere Kontakte.

Weiter

Advertisements

0 Responses to “Seite 1”



  1. Leave a Comment

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s




Advertisements

%d bloggers like this: