Rund 70 Personen beteiligten sich an einem Naziaufmarsch in Bielefeld

Rund zwei Stunden lang haben insgesamt 68 Mitglieder der rechten Szene am vergangenen Sonnabend, von 12.20 Uhr bis 14.15 Uhr in Bielefeld demonstriert. Ein breites Bündnis aus Parteien, zivilgesellschaftlichen Gruppen, Gewerkschaften und religiösen Gemeinden hatte unter dem Motto “Bielefeld stellt sich quer” zur Blockade des Aufmarsches aufgerufen. Insgesamt protestierten mehr als 6.500 Menschen gegen den rechten Zug durch Bielefelds Osten.

Im Gegesatz zu den Protesten eines ersten Aufmarschversuches im August diesen Jahres gelang es diesmal nicht, die Marschroute der FaschistInnen zu blockieren. Die Polizei hatte bereits Stunden im Vorfeld den Bereich um Ostbahnhof und Heeper Straße, in dem die Nazis sich aufhielten, gesperrt. Dennoch schafften es einige NazigegnerInnen bis an die Strecke zu gelangen. Dabei kam es zu vereinzelten Stein- und Flaschenwürfen. Im Verlauf der Tumulte griff ein bekannter Neonazi aus Hamm einen Journalisten an. Die Polizei brach den Aufmarsch dennoch nicht ab und die Neonazis konnten anschließend, abgesehen von den lautstarken Protesten zahlreicher GegendemonstrantInnen vor den Polizeiabsperrungen, nahezu unbehellig durch die Straßen ziehen. Es dauerte noch bis 14.40 bis die letzten der angereisten Nazis schließlich per Bahn die Stadt verließen.

Poilzeiaufgebot
Ein massives Polizeiaufgebot sicherte die Marschroute der Nazis

Obwohl der Aufmarsch offiziell vom Düsseldorfer Sven Skoda angemeldet wurde, war der tatsächliche Organisator die regionale Szenegröße Marcus Winter. Grund für den ganz besonders provokativen Aufmarsch – ausgerechnet an Heiligabend – war die Verhinderung der Demonstration im August. Winter, der im Vorfeld auch szeneintern Kritik für seine Terminwahl einstecken musste, versprach allen TeilnehmerInnen im Anschluss des Aufmarsches eine gratis CD oder ein gratis T-Shirt.
Gesponsort wurden diese von einschlägigen Rechtsrocklabels. Neben “Front Records”, spendierte auch der für seine Kontakte zur “Blood & Honour” Szene bekannte “WB Versand” des Neonazis Thorsten Heise für die Demonstration.
Diese “Werbegeschenke” mögen auch ein Grund dafür sein, warum die TeilnehmerInnenzahl der Veranstaltung etwas höher als prognostiziert ausfiel – der Organisator hatte seine guten Kontakte zur rechten Musikszene gezielt genutzt.
Winter selbst verhielt sich während des Aufmarsches betont unauffällig. In den vergangenen Wochen war er, auch auf Grund seiner Verbindungen nach Bückeburg, in die Schlagzeilen geraten. In Folge versuchte sich Winter halbherzig zu distanzieren. Im Mindener Tageblatt etwa behauptete er, er sei zur Zeit nicht mehr in der Neonaziszene aktiv. Trotz dieser offensichtlichen Falschbehauptung verlor der ausgebildete Lagerrist in diesem Zusammenhang Anfang Dezember seine Arbeitsstelle bei einem Mindener Großhandel.

Neonazis aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen
“Wer trägt die schwarze Fahne dort…” – Neonazis aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen

Neben dem überwiegend aus Nordrhein-Westfalen stammenden Teil der aufmarschierten Neonazis beteiligten sich auch eine handvoll, zum Teil langjähriger, AktivistInnen aus dem Landkreis Schaumburg an der in zwei Blöcke gegliederten Versammlung. Neben einem dem Nazinetzwerk “Westfalen Nord”  beteiligte sich auch die neonazistische “Bürgerinitiative für Zivilcourage Wolfsburg” (BfZ Wolfsburg) mit einem eigenen Transparent am Aufmarsch.

Die Mitglieder der “Autonomen Nationalisten Bückeburg” marschierten nicht wie gewohnt im Block des Niedersächsisch-Westfälischen Kameradschaftsverbandes mit. Sie hatten sich diesmal hinter einem Banner der BfZ Wolfsburg eingereiht.


Auch Mitglieder der “Autonomen Nationalisten Bückeburg” beteiligten sich

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