Die rechte Szene Bückeburgs agiert weiterhin ungehemmt. Auch in den vergangenen Wochen kam es regelmäßig zu neonazistischer Gewalt im gesamten Stadtgebiet. Körperverletzungen und Sachbeschädigungen sind an der Tagesordnung. Waren es bisher vor allem die Wochenenden, ereignen sich rechte Attacken nunmehr über die gesamte Woche hinweg.
Mittlerweile sind Mitglieder der Bückeburger Szene allerdings auch über die Grenzen der Stadt hinaus aktiv.

Barsinghausen – Angriffe auf Jugendcafé

Um die Barsinghäuser Neonaziszene, die zuletzt in der Mitte des letzten Jahrzehnts durch Demonstrationen und Überfälle auffiel, war es bis vor kurzem ruhig.
Doch in der jüngsten Vergangenheit häufen sich auch in der beschaulichen Deisterstadt im Calenberger-Land wieder rechte Aktivitäten.

Wie in Bückeburg tauchten anfangs rechte Sprühereien und Propaganda-Aufkleber in der Innenstadt auf. Relativ schnell kam es jedoch auch hier zu überfallartigen Gewaltaktionen und wiederholt zu Sachbeschädigungen.
Ein besonderer Dorn im Auge der Neonazis in Barsinghausen stellt seit gut 15 Jahren das selbstverwaltete Jugendcafé „Falkenkeller“ dar. Das Konzept des Cafés sieht eine Förderung von Alternativkultur vor, veranstaltet Punk- und Rapkonzerte und bietet Raum für politische Arbeit, beispielsweise in der kritischen Beschäftigung mit der europäischen Flüchtlingspolitik.

Auf Grund dessen sind die Räumlichkeiten des Jugendafés, beherbergt im Keller der Wilhelm-Stedler-Grundschule, in der Vergangenheit stets ein beliebtes Ziel neonazistischer Gewaltausbrüche gewesen.
Man mag es daher vielleicht schon als traditionsgemäß betrachten, wenn eine erstarkende rechte Szene dem Jugendcafé Besuche abstattet. Neu an der jetzigen Situation ist allerdings, dass die derzeitigen Angriffe zu einem maßgeblichen Teil von Neonazis aus anderen Städten und insbesondere aus Bückeburg durchgeführt wurden.

Bereits am zwölften Februar versuchten Rechte sich mit einer Brechstange gewaltsam Zutritt zum Falkenkeller zu verschaffen. Dies misslang ihnen zwar, allerdings beschädigten sie einen umherstehenden Motorroller schwer.
Eine Woche darauf, ebenfalls an einem Samstag, fingen Neonazis einen Jugendlichen, der zum Luftschnappen nach draußen gegangen war ab und verprügelten ihn.
Am Wochenende vom 25. zum 27. Februar hielt sich wiederholt eine beträchtliche Anzahl von 20-25 Rechten in der näheren Umgebung des Falkenkellers auf. Am Freitag lauerten sie CafébesucherInnen auf. Diese wurden glücklicherweise rechtzeitig auf die Nazis aufmerksam und riefen die Polizei. Bei einer anschließenden Personalienaufnahme vor dem Bahnhof fanden die PolizistInnen in den Autos der Rechten neben Spraydosen und Nazistickern auch Teleskopschlagstöcke und eine Gaspistole.

Offenbar unbeeindruckt von der Überprüfung durch die BeamtInnen versuchten sie in den Abendstunden des Samstags schließlich den Falkenkeller zu stürmen, was ihnen allerdings dank der Gegenwehr der anwesenden BesucherInnen, trotz massiver Bewaffnung mit Teleskopschlagstöcken und ähnlichen Waffen, misslang.

Bückeburger Exportschläger

Wie bereits erwähnt sind es vor allem auswärtige Neonazis, die zurzeit in Barsinghausen für Unruhe sorgen.
So berichtete etwa die Deister-Leine-Zeitung am zweiten März, dass bis zu fünfzehn Personen „aus dem Bereich Schaumburg/Bückeburg, die der dortigen rechten Szene zugerechnet werden“ an den Übergriffen beteiligt waren.
Neben BückeburgerInnen, die den Hauptteil der TäterInnen stellten, waren auch Neonazis aus der Region Hannover und aus Braunschweig involviert.
Es ist vor allem den guten Kontakten der Bückeburger Szene zu verdanken, dass es zu einer solchen überregionalen Zusammenarbeit kommen kann.
Die Vorraussetzungen hierfür wurden bereits im Vorfeld durch das Engagement der BückeburgerInnen im Nazinetzwerk „Westfalen-Nord“ gelegt, welches selbst im gesamten norddeutschen Raum, sowie darüber hinaus über Kontakte zu organisierten Neonazis besitzt.
Nicht zuletzt waren es Mitglieder der hiesigen Szene, die im Verlauf des verhinderten Nazigroßaufmarsches in Dresden vergangenen Monat an einem Angriff auf ein linksalternatives Wohnprojekt beteiligt waren.

Doch auch wenn die Bückeburger Szene nun im Begriff ist, ihren Aktionsradius über die Grenzen des Landkreises Schaumburg auszuweiten, bedeutet dies nicht, dass ihre Aktivität hier nachlassen würde.

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