Fast täglich kommt es zu neuen Übergriffen seitens Bückeburger Neonazis. Ihre Angriffe haben indes einen neuen Grad der Organisation erreicht. Begnügte man sich bis vor kurzem noch damit Jugendliche bei zufälligen Zusammentreffen in der Stadt zu attackieren, lauern die rechten TäterInnen ihren Opfern inzwischen – ganz ähnlich wie in Barsinghausen – planmäßig auf.
Mehrfach fingen sie Personen an typischen, ihnen bekannten Orten, wie zum Beispiel Fahrschulen oder Sportvereinen ab, von denen sie wissen, dass ihre Opfer sich dort regelmäßig aufhalten.
Angriffe bei zufälligen Begegnungen auf offener Straße sind nach wie vor eine Selbstverständlichkeit. Eine Aufzählung sämtlicher Ereignisse würde daher inzwischen jeden Rahmen sprengen.
Aber auch Sachbeschädigungen sind seit den Attacken auf die Wohnhäuser im Innenstadtgebiet zur Regel geworden. Vorkommnisse dieser Art setzen sich fort. So wurden mehrere Fahrzeuge mit Hilfe von Schlagstöcken entglast, verbeult und anderweitig beschädigt.
Dass der bloße Verdacht NazigegnerIn zu sein für die TäterInnen ausreicht, zeigt ein Beispiel aus dem Oberwallweg Anfang Februar. Hier beschädigten Neonazis den Wagen einer Anwohnerin, obwohl diese tatsächlich in keiner Beziehung zu dem Konflikt mit den Nazis steht.

In Stadthagen demolierten rund 15 Neonazis nach einer Abifete am zwölften März in der Stadthalle ebenfalls ein parkendes Fahrzeug. Zuvor waren vier von ihnen auf Grund nationalsozialistischer Äußerungen der Party verwiesen worden.
Schon länger ist bekannt, dass sich Stadthäger Neonazis den rechten Strukturen in Bückeburg angeschlossen haben – auch ihre Nachbarstadt wird zunehmend von rechten Sprüheren und Nazistickern verschandelt.
Von rechten Gewaltakten wie sie in Bückeburg derzeit zur Normalität gehören, war die Stadt bisher jedoch verschont geblieben.
Dass sich dies jederzeit ändern kann beweist die neue Umtriebigkeit hiesiger Neonazis.

Ausblick

Stellten diese bisher nur in Bückeburg eine Gefahr dar, sind sie neuerdings offensichtlich bereit auch andernorts zuzuschlagen. Ihre Fähigkeit überregional vernetzt zu handeln und im Verbund mit gleichgesinnten Gruppierungen aus anderen Landkreisen zusammenzuarbeiten, ist ein deutlicher Beleg für ihre politische Festigung. Den Bückeburger Nazis ist es gelungen in der rechten Szene Fuß zu fassen und ihre Aktionen lassen darauf schließen, dass sie gewillt sind ihre Kontakte in Zukunft noch weiter auszubauen. Ein Ruf eine entschlossene Gruppe zu sein, die in der Lage ist bei Bedarf ihre KameradInnen in anderen Städten tatkräftig zu unterstützen, wäre hierbei mit Sicherheit von Nutzen.

Redaktion “Recherche Bückeburg”, März 2011

Zurück

Advertisements

0 Responses to “Übergriffe in Bückeburg und Stadthagen”



  1. Leave a Comment

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s




Advertisements

%d bloggers like this: